Die kinderfreindliche Stadt

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Ja was nun, kinderfreundlich oder -feindlich? Was für eine Frage, immerhin schmückt sich die Stadt Wörgl seit 2012 mit dem staatlichen Gütezeichen „Familienfreundliche Gemeinde“.

Es passt daher so gar nicht ins Bild, dass der Zuschuss für den Eintritt ins Wave um satte 50 Prozent reduziert wurde. Denn diese Sparmaßnahme trifft vor allem Wörgler Familien am härtesten. Für zwei Erwachsene, die mit ihren zwei Kindern ins Wave gehen, bedeutet dies rund 54 Euro für den Tagestarif zu bezahlen – etwa 15 Euro mehr. Da wird ein Ausflug ins stadteigene Bad schnell zum Luxustrip, den man sich nur selten leistet bzw. leisten kann. Es verwundert also nicht, dass die Geschäftsführung der Wörgler Wasserwelten einen Umsatzrückgang von 200.000 Euro prognostiziert hat. Schreibt das Wave rote Zahlen, betrifft es letztendlich uns alle – die Steuerzahler/innen.

Beim Sparen darf es „kein Tabu“ mehr geben, meinte Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner. Aus Anlass der prekären Budgetsituation, die zum Beispiel 770.000 Euro jährliche Kreditrückzahlung für die Nordtangente, mehr als 800.000 Euro für die Gestaltung des neuen Gradl-Areals, 250.000 Euro für das Wörgler Stadtmarketing etc. aufweist, sind für das neue Jahr ganze 0 Euro für Ausgaben rund um die „Familienfreundliche Gemeinde“ geplant. Ja was nun, kinderfreundlich oder – feindlich?

PS: Am 6.11.2014 hat der Gemeinderat der Stadt Wörgl beschlossen, den Zuschuss für Einzeleintritte und Zeitkarten (für die Wörgler Wasserwelt) der Bürgerinnen/Bürger, welche Ihren Hauptwohnsitz im Gemeindegebiet von Wörgl haben, auf 40% zu erhöhen.
Laut Tiroler Gemeindeordnung bedarf es für eine Änderung eines Gemeinderatsbeschlusses (falls dieser nicht befristet beschlossen wurde) einen neuerlichen Gemeinderatsbeschluss um diesen aufzuheben.
Soweit uns bekannt hat es einen solchen Beschluss nie gegeben was nun die Frage aufwirft, ob die Reduktion des Zuschusses von 40 % auf 20 % überhaupt rechtmäßig

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