Wörgler Fassadengestaltung

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Lange hat man sich gefragt, warum die Wörgler Stadtführung sich so beharrlich geweigert hat, auf die Durchführung eines Architekturwettbewerbes am Fischerfeld und im Besonderen beim Haus der Blasmusik zu drängen.

Zuerst hat es geheißen, die Musikschule wird ja nicht von der Stadt Wörgl errichtet, sondern von einem Bauträger, der nicht verpflichtet sei, einen Wettbewerb durchzuführen. Dann, im letzten Moment, ist die Stadt plötzlich doch als Errichter des Gebäudes hervorgetreten. Allerdings verzichtete man trotzdem auf den Wettbewerb, mit dem Hinweis, angeblich so günstig einen Mercedes (zit.)zu erwerben.

Jetzt hat sich aber das Geheimnis über den zukünftig städtischen Umgang mit Architekturwettbewerben anscheinend gelüftet. Bei einer Anfragebeantwortung der Stadtamtsdirektion an Gemeinderat Richard Götz bezüglich der vom Gemeinderat unter anderem beschlossenen, aber fehlenden Fassadenbegrünung des Townhouse 1 in der Salzburger Straße, heißt es: „Daraus resultierend wird nun unter Absprache mit der Stadtgemeinde ein Gestaltungswettbewerb der straßenseitigen Fassade Townhouse I und Townhouse II….ausgelobt …“

Also in Wörgl beschreitet man wieder einmal einen ganz neuen und innovativen Weg:

Man baut zuerst und führt dann einen Wettbewerb über das Aussehen der Gebäude durch. Scheint ja auch logisch, weil wenn das Gebäude erst einmal errichtet ist, kann man viel besser überlegen wie es denn aussehen soll. Komisch nur, dass andere Gemeinden und Kommunen noch nicht auf diesen großartigen Gedanken gekommen sind. Vielleicht liegt das aber daran, dass andere Städte mithilfe eines gut vorbereiteten Architekturwettbewerbes lieber günstig einen Rolls Royce erstehen, als einen deutschen Oberklassewagen von der Stange zu kaufen. Den man dann erst nachträglich schön lackieren lässt.

David Steinbacher