Vision von Wörgl 2025

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Eine Familie mit mehreren Kindern geht auf der Salzburgerstraße, ein Zweijähriger reißt sich von der Hand seines Vaters los und läuft weg.

Was heute noch bei den Eltern einen heftigen Adrenalinausstoß verursacht, weil es zu einem lebensgefährlichen Verkehrsunfall kommen könnte, wird im Jahr 2025 völlig anders aussehen: die Eltern denken sich nur „so ein Lauser, läuft einfach weg“, sind aber entspannt, weil der motorisierte Verkehr nicht mehr in Massen und mit teils hohem Tempo über die Salzburger- und Innsbruckerstraße rollt, sondern über die endlich fertiggestellte Nordtangente.

Aus der ehemaligen Bundesstraße ist ein Shared Space oder sogar eine Fußgängerzone geworden, ein gut ausgetüfteltes Verkehrskonzept wurde in der ganzen Stadt umgesetzt. Die Menschen sind zu Fuß, mit Rädern oder (elektrischen) Kleinfahrzeugen wie Rollern unterwegs. Öffentliche Verkehrsmittel ohne Emissionen bringen die Menschen an alle gewünschten Punkte der Stadt. Die Situation in der Innenstadt ist entschleunigt, die Leute haben wieder mehr Zeit für „an Ratscha“, die Luft ist sauber und der Lärm ganz deutlich reduziert. Was man in erster Linie hört ist das Lachen der Kinder, sich unterhaltende Erwachsene und das Rascheln der Blätter der neu gepflanzten Bäume und Sträucher. Und es gibt keine Trennung der Stadt mehr durch die Bundesstraße.

Viele treffen sich bei den neuen Cafés und Gastgärten, sitzen entspannt bei ihren Getränken und erzählen ihren Kindern, dass hier früher täglich über 25 000 Fahrzeuge gefahren sind. Die Kinder können sich das gar nicht vorstellen und wundern sich, warum sie immer wieder hören, dass früher alles besser gewesen sei…

Catarina Becherstorfer
Wörgler Grüne