Allein in Wörgl 174.000 Kilo Plastikmüll entsorgt

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… und das in nur einem Jahr!

Wer hat sie noch nicht gesehen, die Bilder, die eine Meeresschildkröte zeigen, der ein im Nasenloch festgewachsener Trinkhalm blutig rausgerissen wird. Oder die des verendeten Wals, dem bei seiner Obduktion 29 kg Plastikmüll aus dem Magen entfernt wurden. Oder die der riesigen Plastikinseln im Meer, die verdeutlichen, dass pro fünf Tonnen Fisch bereits eine Tonne Plastikmüll in unseren Ozeanen schwimmt. Auch von der Donau fließt Plastikmüll ins Schwarze Meer – zirka vier Tonnen täglich! 

„Nicht meine Schuld, ich trenne meinen Müll ordentlich“, hört man anschließend oft. Und fühlt sich dann gleich aus der Verantwortung entlassen. Man kauft viel Plastik, hat aber kein schlechtes Gewissen, weil man es richtig entsorgt. Die Zahlen sprechen für sich: Allein in Wörgl wurden im letzten Jahr fast 175 Tonnen Plastikmüll gesammelt. Das Problem liegt jedoch nicht in der fehlenden Mülltrennung, denn die funktioniert in unserer Stadt großteils vorbildhaft. Aber unsere Abfallwirtschaft ist derzeit noch nicht in der Lage, Verpackungsmüll aus Plastik gänzlich zu recyceln. Denken Sie nur an die vielen verschiedenen Arten von Plastikverpackung: Getränkeflaschen, Zahnpasta-Tuben, Plastikhüllen von Salatgurken, Joghurtbecher – um nur einige Beispiele zu nennen. Kaum eine Plastikverpackung lässt sich mit der anderen vergleichen und ist deshalb nur sehr schwer sortier- und somit wiederverwertbar. Und Plastik wird nicht abgebaut – es zersetzt sich nur in immer kleinere Teile, das so genannte Mikroplastik. Dieses kann auch in Kläranlagen nicht gefiltert werden, und so landet immer mehr Plastik in unserem Nahrungskreislauf. 

Es gibt deshalb nur eine Möglichkeit, etwas für unsere Umwelt und unsere Gesundheit zu tun: Vermeiden Sie Plastikmüll! Kaufen Sie ihn erst gar nicht, oder wenn möglich Mehrweg-Verpackungen. Aber im Rahmen der aktuellen „Pfiat di Plastik“-Kampagne der Tiroler Grünen wird auch Druck auf Handel und die Industrie ausgeübt, denn die Verantwortung darf nicht allein bei uns Konsument/innen liegen. 

Iris Kahn