Pflichtschulzentrum: Wo bleibt die Verkehrsberuhigung?

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Die Verkehrsberuhigung beim Pflichtschulzentrum lässt weiter auf sich warten. 

Seit Jahrzehnten ist das Verkehrschaos rund um das Pflichtschulzentrum ein bekannter und unzumutbarer Zustand. Bereits 2017 wurde ein von den Wörgler Grünen gestellter Antrag „Konzept Verkehrsberuhigung Bereich Pflichtschulzentrum“ mehrheitlich vom Gemeinderat beschlossen und zur Beratung und Umsetzung dem Verkehrsausschuss übertragen. 

Unter Einbindung von Schulleitungen, Elternvereinen und verschiedenen Experten, darunter auch einige vom VCÖ, wurde über mehr als zwei Jahre hinweg ein Verkehrskonzept erarbeitet, dem Anfang Juli im Gemeinderat die Zustimmung erteilt werden sollte. Geplant war, die verkehrsmäßige Neuausrichtung des Areals und den Umbau bis zum Schulstart im Herbst 2020 abzuschließen. Doch plötzlich ist alles anders. 

Zum Erstaunen vieler ersuchte die Bürgermeisterin, das geplante Projekt von der Tagesordnung abzusetzen, mit der Begründung, dass mit den AnrainerInnen noch nicht alles geregelt wäre. „Ich kann mir nicht erklären, warum dieser sehr wichtige Tagesordnungspunkt von der Bürgermeisterin eliminiert wurde, denn es schien ihr ein dringendes Bedürfnis gewesen zu sein, dass hier endlich zum Wohle der SchülerInnen sowie AnrainerInnen gehandelt wird. Uns allen ist bekannt, dass es sehr oft zu gefährlichen Situationen zwischen den Kindern und PKW-LenkerInnen kommt,“ äußert sich eine sichtlich verärgerte Gemeinderätin Christine Mey, die den Entwicklungsprozess aktiv begleitet hat.

Gegen die zwei Stimmen der Wörgler Grünen wurde dieses Projekt verschoben und der Verkehrsberuhigung auf nicht absehbare Zeit eine Absage erteilt. Dazu Gemeinderat Richard Götz: „Mehr als zwei Jahre an einem Projekt arbeiten, das schon vorigen Herbst umsetzbar gewesen wäre und es dann in letzter Sekunde noch auf die lange Bank schieben, erscheint mir sehr unprofessionell und ignorant. Mir sind keine AnrainerInnen bekannt, die nicht froh über eine rasche Verkehrsberuhigung gewesen wären. AnrainerInnen können schließlich nach wie vor ungehindert ihre Heimfahrt antreten, haben jedoch weniger Stau, Lärm und Abgase vor ihrer Haustüre“. 

Es bleibt zu hoffen, dass hier das Sprichwort „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ zum Tragen kommt und dass rund um das Pflichtschulzentrum bald das erste verkehrsberuhigte Areal in Wörgl entsteht.