Familienfeindliche Gemeinde Wörgl

Um Frauenrechte war es beispielsweise noch schlechter bestellt als heute, da man als Frau bis in die 70er-Jahre den Ehemann oder Vater rein rechtlich um Erlaubnis fragen musste, ob man arbeiten gehen darf. Oder ein eigenes Konto eröffnen. Und wer kann sich noch an die gute alte Zeit erinnern, als eine 48-Stunden-Woche gesetzlich verankert war, bei der man generell sechs Tage die Woche arbeiten gehen musste?

Aber manchmal war es früher doch besser, vor allem, was Kindsein in Wörgl anbelangt. In einer Nebenstraße auf der Straße spielen? Kein Problem. Im Winter beim Badl Eislaufen gehen? Wer hat es dort nicht gelernt. Ins Freibad gehen, um seine Freundinnen und Freunde zu treffen? Wer brauchte dazu schon die Eltern – schließlich konnte man auch gefahrlos auf einer Hauptstraße mit dem Rad dorthin fahren, ohne Angst haben zu müssen, unter (vier) Räder zu kommen.

Kinder ab 10 Jahre und Ballspielen verboten

Heute ist es so, dass viele dieser kindgerechten Dinge nicht mehr möglich sind, aber für einige wäre die Stadt verantwortlich. Die wenigen zentralen Spielplätze in Wörgl sind an wetterbedingt guten Tagen heillos überfüllt, ohne Wasserspender und obendrein meist schlecht bis gar nicht beschattet. Jugendlichen ist der Eintritt ab zehn Jahren auf diesen Plätzen untersagt. Aber wo sollen diese hin? Welche Möglichkeiten haben sie, sich in der Stadt aufzuhalten, ohne gleich Geld ausgeben zu müssen?

Wir hätten jetzt auch die einmalige Chance, auf dem ehemaligen Wave-Areal ein Grundstück nur für Familien zu widmen. Beach-Volleyball- und Spielplätze wären schon vorhanden, und das Grundstück wäre auch ausreichend groß, um einen Motorik-Park darauf unterbringen zu können. Oder warum nicht gleich das Freibad dort bauen, das uns von der Bürgermeisterin für die nächsten Jahre versprochen worden ist?


Unser Anspruch: eine familienfreundliche Gemeinde

Keiner der Vorschläge wird realisiert werden, daher wundert es auch nicht, dass die Stadt Wörgl das Gütesiegel „familienfreundliche Gemeinde“ verloren hat. Aber was bedeutet das? Leben wir in einer familienfeindlichen Stadt? Für viele städtische Investitionen gibt es derzeit prall gefüllte Fördertöpfe von Land und Bund, um die die Stadtführung aber nicht mal ansucht. Der Anspruch der Wörgler Grünen ist es nun, das Leben in Wörgl wieder familientauglicher zu gestalten.