Familienparadies Wörgl? Absolut nicht.

Die Politik muss nur wollen.

Bereits im Juni letzten Jahres habe ich gemeinsam mit 40 Wörgler Familien ein Schreiben an sämtliche Gemeinderäte der Stadt Wörgl verfasst und darauf hingewiesen, dass es in Wörgl seit Jahren keine attraktiven Freizeitmöglichkeiten gibt. Kurz darauf wurde ich von Bürgermeisterin Wechner zu einem ernüchternden Gespräch eingeladen, denn die derzeitige Stadtführung stuft das Wörgler Freizeitangebot als ausreichend ein.


Nachbargemeinden als Vorbild

Traurige Wahrheit ist, dass wir Wörgler Familien in unserer Freizeit die Angebote der Nachbargemeinden nutzen müssen, da unser Heimatort kaum etwas für Familien zu bieten hat. Warum ist es in Wörgl seit Jahren nicht machbar, einen adäquaten Eislaufplatz für Jung und Alt zu errichten? Dann müssten unsere Schulklassen nicht nach Hopfgarten, Kundl oder Kufstein fahren, um dort ihre Runden zu drehen. Die Politik muss nur wollen!
Was können wir im Sommer in Wörgl unternehmen? Schwierig, also wieder einmal ab ins Auto und die Schwimmbäder der Umlandgemeinden nutzen. Oder doch etwas gemütlicher und nur ein kleiner Spaziergang inklusive Abstecher zum Mehrgenerationen-Motorik-Park, zu der Vielzahl an attraktiven Spielplätzen mit genügend Beschattung, dem Rad-Parcour, der Kneipp- oder Minigolfanlage? Leider gibt es in Wörgl nichts von dem!


Steigerung der Wörgler Kaufkraft durch lebendige, pulsierende Ortszentren

Andere Gemeinden investieren bereits seit Jahren in ein attraktives Freizeitangebot, da sie den dadurch entstehenden Mehrwert kennen. Wir würden dann nicht nur unsere freie Zeit in Wörgl verbringen, wir würden auch noch vermehrt in unserem Heimatort konsumieren. Denn gerade in der Freizeit hat man doch Lust Geld auszugeben, in entspannter Atmosphäre einen Kaffee zu trinken oder Eis zu essen. Lebendige, pulsierende Ortszentren entstehen nicht zufällig.

Eine Stadt muss so konzipiert bzw. ausgestattet sein, dass man Lust daran hat sich dort aufzuhalten. Aus diesem Bedürfnis heraus, sich in seinem eigenen Heimatort aufhalten zu wollen, entwickelt sich auch eine funktionierende Handels- und Gastrolandschaft.


In Wahrheit wäre es doch so einfach

Ein Verkehrssystem, das dazu einlädt endlich das Auto stehen zu lassen. Schöne Plätze.
Die Erkenntnis, dass der öffentliche Raum längst an Bedeutung gewonnen hat. Einige attraktive Freizeitangebote für Jung und Alt. Treffpunkte für alle Generationen. Bäume, die beschatten und für gute Luft sorgen. Blumen, die das Herz erfreuen. Ausreichend Sitzmöglichkeiten. Mut zu neuen Ideen und Kreativität.

Stillstand bedeutet Rückschritt und das ist in Wörgl bereits seit Jahren traurige Gewissheit. Der Trend der Zeit wurde nicht erkannt und die zentralen Hausaufgaben wurden nicht in Angriff genommen. Durch Ihre bewusste Wahlentscheidung, sehr verehrte Leserinnen und Leser, haben Sie es in der Hand, endlich etwas zu verändern.

Angela Erharter