Spar – neue Bebauung am Arial

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„Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut!“

Dieser Spruch muss wie ein Hohn in den Ohren der Anrainer:innen klingen. Je mehr im Wörgler Sparareal ausgebaut und produziert wird, desto mehr Lärm durch die Produktionsanlagen, aber auch durch die vermehrte Zu- und Anlieferung durch LKWs gibt es. Dazu kommt noch die bereits jetzt sehr intensive Geruchsbelastung durch die Wurstproduktion.

Wäre das Areal weit draußen, wäre alles nicht so schlimm, doch bei uns in Wörgl steht die Firma mitten im Stadtgebiet. Da ist eine Erweiterung immer schwierig zu bewerkstelligen: Die entsprechend gewidmeten Flächen sind knapp, rundherum sind Wohngebiet, Straßen und die Bahnstrecke.

Bei der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause stand der Punkt „Sparerweiterung“ zum ersten Mal auf der Tagesordnung. Auf unsere Nachfrage, inwieweit die Anrainer:innen eingebunden waren, wurde uns versichert, dass die Firma Spar mit ihnen gesprochen hatte. Eine Alternativ-
variante wurde zwar erwähnt, es wurde aber nicht weiter darauf eingegangen, wie diese ausgeschaut hätte. Auf Nachfrage, warum man nicht eine Bebauung des Parkplatzareals in Erwägung ziehen könnte, wurde lediglich erwidert, das wäre aus prozesstechnischen Gründen nicht möglich. Dazu kommt dann noch die enorme Höhe des Erweiterungsbaus von knapp 18 m, das massive Beeinträchtigungen von Aussicht und Belichtungsverhältnissen nach sich zieht. Das waren für uns Grüne alles Gründe, warum wir keiner Erweiterung ins Wohngebiet und vor allem auch in der geplanten Ausführung zugestimmt haben.

„Anrainer sollten nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.“ (Hedi Wechner in der Gemeinderatssitzung vom 1. Juli 2021)


Halbe Wahrheit

Es hat sich kurz darauf herausgestellt, dass – entgegen der Behauptung im Gemeinderat/von der Stadtführung/der Bürgermeisterin – bei weitem nicht mit allen Betroffenen gesprochen wurde und viele massive Bedenken bezüglich der Erweiterungspläne haben. Das kreide ich der Stadt am meisten an: dass man nicht darauf schaut, dass alle informiert und eingebunden werden. Aus meiner Sicht ist das eine wesentliche Aufgabe, die eine Stadt wahrnehmen muss: gute Kompromisse zu finden, mit denen alle – oder zumindest die Mehrheit – leben kann. Es müssen Lösungen gefunden werden, die nicht nur für Gewerbe und Industrie positiv sind.

Doch bei uns ist leider genau das Gegenteil der Fall: In der Gemeinderatssitzung am 30. September 2021 wurden die Bedenken und Einwände von Seiten der Bevölkerung in den Unterlagen zwar aufgelistet, doch wurden diese weder diskutiert noch finden sie im weiteren Vorgehen Berücksichtigung. In der Stellungnahme der Stadtplanerin wurden sie ohne geeignete Argumente entkräftet. Anderen Gemeinderät:innen scheinen die verständlichen Anliegen der Anrainer:innen gleichgültig zu sein; sie haben für die Umwidmung der Flächen und somit für die Erweiterung ins Wohngebiet ohne Berücksichtigung der nachvollziehbaren Bedenken gestimmt. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich nur die Grünen Mandatar:innen für die Belange der Bevölkerung einsetzen, da nur sie im Gemeinderat gegen eine bedingungslose Erweiterung gestimmt haben.